Erfolgsfaktor Netzwerken – Darum sind Netzwerke so wichtig

Erfolgsfaktor Netzwerken – Darum sind Netzwerke so wichtig

Es ist wohl eine der wichtigsten Eigenschaften für Erfolg im Arbeits- und Business-, insbesondere aber im Investorenkontext; und zugleich meine persönliche große Schwäche. Das Netzwerken. Und leider (vielleicht wollt ihr mich eines Besseren belehren) ist es eine Schwäche, die für andere eher vernachlässigbar ist.

Zumindest ist das mein Eindruck: Unter anderen Immobilieninvestoren, unter Kollegen oder im Alltag: Jeder scheint schon sein eigenes Netzwerk zu haben, hier eine Bauingenieurin und da einen Fachanwalt für Mietrecht zu kennen. Ich dagegen erscheine und verschwinde wieder, ohne dass sich jemand meinen Namen gemerkt hätte oder ich jemandes Kontaktdaten gesammelt hätte. Ja, ich bin introvertiert, eine Eigenschaft, die leider viel zu häufig mit Schüchternheit verwechselt wird. Wer schüchtern ist, will Kontakt, ist aber zu gehemmt, um Andere anzusprechen. Wer introvertiert ist, hat kein Problem damit, Andere ansprechen, will es aber nicht.

Fluch der Intorversion

Ich tendiere also dazu, Ausreden zu finden, um nicht zu „socializen“. Ausreden wie: Nein, ich sollte mich heute ausruhen, statt an der Hotelbar mit den Kunden einen Wein zu trinken. Ach ja, dieser Person kann ich ja auch eine E-Mail schreiben, ein Anruf ist nicht nötig. Oder: Was soll es denn schon bringen, mit die Abende beim Ortsverein der Partei XY um die Ohren zu hauen?

Klüngel: Abwertend – Gruppe von Personen, die sich gegenseitig Vorteile verschaffen. Als Kölscher Klüngel wird in Köln ein System auf Gegenseitigkeit beruhender Hilfeleistungen und Gefälligkeiten bezeichnet.

Und dann bekomme ich wieder mit, welchen gigantischen Einfluss Klüngel auf die Karrieren der meisten Menschen hat. Der Job im mittleren Management wird dem Sohn des Genossen vom SPD-Stammtisch zugeschustert. Dem Kumpel von der freiwilligen Feuerwehr oder aus dem Fußballverein macht man ein besonders gutes Angebot für das Haus, das man gerade verkaufen will. Wer ein großes Netzwerk hat, dessen Chancen auf ein exzellentes Investment potenzieren sich. Und ja, lieber Leser, du merkst, mein Mindset in Bezug auf „Klüngel“ ist nicht gerade positiv. Obwohl ich auch bereits an der einen oder anderen Stelle von Kontakten profitiert habe, schwingt immer noch dieser Gedanke mit: Es ist unfair, sich durch Vitamin B Vorteile zu verschaffen!

Ein Mindsetchange wird notwendig

In meinen Investments fokussiere ich mich auf Immobilien. Und Immobilien sind wie kaum ein anderes Geschäft getrieben von Beziehungen. Du kennst die Oberschwester auf der örtlichen Geriatrie? Sie kennt aus erster Hand die Senioren, die ihr Haus verkaufen und ins Altersheim gehen müssen. Du spielst jeden Samstag Tennis mit der besten Scheidungsanwältin der Stadt? Sie kann dein Angebot zum Kauf der Wohnung in Bestlage dezent den aktuellen Scheidungsfällen zukommen lassen. Du erwähnst in deiner Stammkneipe, dass du Handwerker für deine Sanierung brauchst? Da kennt sicher jemand jemanden. Ich glaube, ich habe genügend Beispiele geschildert. Menschliche Beziehungen spielen im Geschäft eine unglaublich große Rolle, viel mehr als Wissen, Glück oder Fleiß. Und obwohl 6 Jahre lang Psychologie studiert habe fällt es mir immer noch schwer, das einzusehen.

Lies auch: Meine erste Immobilie – Teil 1: Ziele setzen

Mein Weg aus dem Dilemma kann es aber wie immer nur sein, die Achillesferse abzubauen, zu lernen, gut und gerne zu Netzwerken und meinen eigenen Klüngel zu bilden. Zum Glück kann man sich auch über dieses Thema viel theoretisches Wissen anlesen, bevor man sich ins Getümmel stürzt (*räusper* Analysis paralysis *räusper*).

Meine Buchtipps zum Thema Netzwerken

Netzwerk Bibel

Die Netzwerkbibel von Tijen Onaran

Für 19,99 € hier kaufen

Tijen Onaran zeigt, wie Networking heute wirklich funktioniert. In ihrem ersten Buch gibt die Autorin eigene Erfahrungen weiter, reflektiert ihre Erlebnisse, erzählt Anekdoten aus ihrer Zeit in der Politik und Wirtschaft und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. Sie liefert Antworten auf folgende Fragen:

Wurden Sie als Netzwerker geboren oder müssen Sie das erst lernen? +++ Haben Sie als introvertierter Mensch überhaupt das Zeug zum Networker? +++ Welche Netzwerktypen gibt es und wie gehen Sie am besten mit diesen um? +++ Welche digitalen Netzwerke sind wichtig? +++ Betreiben Frauen Networking anders als Männer? +++ Welche Rolle spielt Vertrauen beim Netzwerken?

Dieses Werk ist die ideale Lektüre für alle, die wissen wollen, wie man im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich netzwerkt.

Erfolgreiches Networking Netzwerken

Erfolgreiches Networking von Tim Templeton

Für 22,90 € hier kaufen

Führen Sie ehrliche und aufrichtige Beziehungen zu diesen Menschen, beweisen Sie sich als integrer Mensch. Dann werden Sie auch langfristig erfolgreiche Geschäftsbeziehungen entwickeln, die Ihren Erfolg potenzieren. Dieses aufrichtige und gradlinige Buch stellt berufliche Kontakte in ein völlig neues Licht!

 

Beim Lesen dieser Bücher habe ich mich insbesondere auf den Aspekt des Offline-Netzwerkens fokussiert, weil ich weiß, dass mir dieser mehr Schwierigkeiten bereiten könnte. Ganz besonders gefallen haben mir die Netzwerk-Challenges, in der die Leser dazu aufgefordert werden, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Und so beginnt auch das Netzwerken mit meinem Lieblingsthema …

Tipp 1: Ziele setzen!

Oh ja, Ziele zu setzen und Strategien zu erarbeiten ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich bin wie der Serienmörder aus dem Film, in dessen Versteck die schockierten Kommissare eine Wand aus gesammelten Zeitungsartikeln, Bildern und Notizzetteln finden, alles verbunden mit einem roten Faden … Aber Scherz beiseite. Wenn du das Netzwerken ernsthaft angehen und erfolgreich sein willst, schadet es nicht, sich Ziele zu setzen. Das hat nichts mit manipulativem oder egoistischem Verhalten zu tun. Ein Netzwerk ist immer nur so lange erfolgreich, wie es für alle Beteiligten einen Mehrwert generiert. Also auch und vor allem für die Anderen. Bevor du loslegst, solltest du dir also folgende Fragen beantworten:

  • Was will ich durch den Aufbau eines Netzwerks erreichen?
  • Welche wertvollen Kontakte bestehen bereits und wie kann ich diese weiter ausbauen?
  • Welche neuen Kontakte wären außerdem nützlich und wie komme ich an diese heran?
  • Welchen Mehrwert kann ich meinen Kontakten bieten? Was macht mich zu einem wertvollen Netzwerkpartner?
  • Wie kann ich mich und meine Arbeit in wenigen, anschaulichen Worten beschreiben?

Tipp 2: Kenne deine Networking-Persönlichkeit

Tim Templeton unterscheidet in seinem Buch 4 verschiedene Netzwerk-Persönlichkeiten. Seiner Meinung nach wird jeder, der entgegen seiner natürlichen Netzwerker-Mentalität handelt, beim Anderen ein unauthentisches Bild erzeugen. Wenn du also z.B. vorgibst, dass du an den Fortschritten von Nachbars Bello in der Hundeschule interessiert bist, obwohl du ihm eigentlich nur sein Grundstück abkaufen willst, wird er dies unterbewusst merken und dir kein Vertrauen schenken.

Was also sind die 4 Typen?

Persönlichkeitstypen Tim Templeton Netzwerken

Typen, die vor allem an der Beziehung interessiert sind

Beziehungsorientiert / Beziehungsorientiert: Diese Person denkt nur in Beziehungen und ist kaum auf die geschäftlichen Faktoren des Netzwerkens aus. Man kommt extrem einfach mit ihr in Kontakt, sie ist die Art von Mensch, die sich noch nach 4 Monaten daran erinnert, dass du bei eurem letzten Treffen davon gesprochen hast, am nächsten Wochenende Tennis spielen zu gehen und dich danach fragt.

Beziehungsorientiert / Geschäftsmäßig: Dieser Netzwerktyp geht genau so offen und freundlich auf andere zu, wie der erste Typ. Es ist ihm daran gelegen, eine positive Beziehung aufzubauen, wenn es dann um’s Geschäft geht, wird er zum Strategen.

Typen, die vor allem am Geschäft interessiert sind

Geschäftsmäßig / Beziehungsorientiert: Diese Person tritt zunächst eher reserviert auf und scheint vorrangig am Geschäft interessiert, weniger an der Person des Gegenübers. Wenn die geschäftliche Verbindung dann aber besteht, taut sie auf und interessiert sich vermehrt auch für die Beziehung.

Geschäftsmäßig / Geschäftsmäßig: Dieser Typ stellt das Gegenteil von der vollständig beziehungsorientierten Person dar. Er betrachtet Small Talk und Beziehungsaufbau eher als Zeitverschwendung und möchte sich am liebsten direkt in die gemeinsame Arbeit stürzen.

Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt, mich in eine dieser Kategorien einzusortieren. Wie ist es bei euch, findet ihr euch in diesem Modell wieder? Vielleicht gefällt euch das folgende 4 Typen-Modell besser. Sein Vorteil ist insbesondere, dass man nicht nur sich selber, sondern auch sein Gegenüber relativ schnell einsortieren kann:

4 Persönlichkeitsypen Netzwerken

Die extravertierten Typen

Der dominante Macher ist extravertiert, sucht also das Rampenlicht und den Kontakt mit Menschen. Er zieht seine Energie daraus, im Mittelpunkt zu stehen. Zugleich will er vorrangig Dinge erreichen, Geschäfte abschließen und ist mit großer Beharrlichkeit dabei. Der social Butterfly ist ebenfalls extravertiert, schaut aber im Gegensatz zum dominanten Macher mehr auf die Beziehung zu seinen Mitmenschen.

Die introvertierten Typen

Die introvertierten Typen beinhalten den Analytiker / Strategen und den Teamplayer. Der Analytiker bringt die besten Leistungen, wenn er alleine oder in einem kleinen Team an kniffeligen und gerne strategischen Fragestellungen arbeiten kann. Der Teamplayer wird vor allem dadurch motiviert, gute Beziehungen zu seinen Teamkollegen aufzubauen, zwischen ihnen zu vermitteln und insgesamt eine harmonische Atmosphäre zu erzeugen.

Bei beiden dieser Modelle gibt es übrigens kein richtig oder falsch. Jeder dieser Typen hat die Möglichkeit, in seiner Branche erfolgreich zu werden. Der Schlüssel ist hier, sich selber und auch sein Gegenüber richtig einschätzen zu können, um authentisch aufzutreten.

Tipp 3: Frage, wie du anderen nützlich sein kannst

Wenn du mit dem Ziel netzwerkst, mehr Erfolg in deinem Business oder in deinem Angestelltenjob zu haben, halte dich an die 70-20-10 Regel. 70% der Zeit solltest du darauf verwenden, deinem Gegenüber nützlich zu sein, deine Hilfe anzubieten (und deine Angebote natürlich auch in die Tat umzusetzen). 20% nutzt du, um dich selbst und deine Arbeit zu präsentieren. Die verbleibenden 10% kannst du nutzen, um dein Gegenüber um Hilfe zu bitten.

Aber wie genau kann das aussehen? Für mich als Immobilieninvestorin kann das bedeuten, im Kontakt zu anderen Investoren nützlich zu sein. Ein gutes Buch zu empfehlen (oder gar zu verschenken). Der andere Investor möchte in deiner Stadt kaufen? Biete an, ihn bei der Analyse von Mikrolagen zu unterstützen oder einmal rasch zu einem interessanten Kaufobjekt zu fahren, um ein paar Fotos von außen oder vom Hausflur zu machen. Frage bei Freunden und Verwandten nach, ob jemand sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte und vermittle den Kontakt weiter.

Oder stellen wir uns vor, du möchtest in deinem Konzern Karriere machen. Dazu brauchst du ein stabiles Netzwerk und die richtigen Fürsprecher auf den richtigen Positionen. Diese Fürsprecher kannst du für dich gewinnen, indem du deine Hilfe anbietest, wo du nur kannst. Biete deine Expertise an, ohne auch nur anzudeuten, dass du einen Gefallen im Gegenzug einfordern könntest.

Reziprozi-Was?

Doch wenn ich immer nur meine Hilfe anbiete – werde ich dann nicht irgendwann ausgenutzt? Das Zauberwort hier heißt Reziprozität. Oder, für nicht-Soziologen und -Psychologen: Gegenseitigkeit. Nur die allerwenigsten Menschen sind in der Lage, immer nur zu nehmen. Die meisten werden sich spätestens nach dem zweiten Gefallen den du ihnen getan hast den Kopf darüber zerbrechen, wie sie im Umkehrschluss dir helfen können. Warum? Weil es sich gut anfühlt, jemandem zu helfen, der einem wohlgesonnen ist. Also, hab keine Angst davor, mehr zu geben als zu nehmen. Solltest du doch mal an einen Soziopathen gelangen, der sich partout nicht erkenntlich zeigen will, musst du diese Beziehung natürlich nicht weiter pflegen.

Tipp 4: Lege dir ein systematisches Adressbuch an

Um produktiv Netzwerken können, musst du dir zunächst einen Überblick über all die Kontakte verschaffen, die du schon hast. Denn jeder deiner Kontakte ist ein potenzieller Multiplikator, also eine Person, die dir den Weg in eine ganz neue Gruppe ebnen kann. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch ein Kontaktnetzwerk von 250 Personen hat. Jeder deiner 250 Kontakte hat also wiederum ein Netzwerk von 250 Kontakten. Wenn nur ein Bruchteil davon eine Partnerschaft mit dir eingeht (als Kunde, Lieferant, Dienstleister oder was auch immer), kannst du dir leicht die positiven Folgen davon ausrechnen.

250 x 250 = 62.500 potenzielle Kontakte

Deine Kontaktdatenbank

Okay, dein erstes To Do muss es nun sein, deine 250 (oder wie viele auch immer) Kontakte zu identifizieren und dir eine Datenbank anzulegen. Beginne mit deinen nächsten Familienangehörigen, gehe über zu deinen Schulfreunden, deinen Teamkollegen vom Fußball und den Kollegen von der Arbeit. Erfasse für jeden Kontakt so viele Informationen wie möglich. Dazu gehören Kontaktdaten, Geburtstag (lass dich unbedingt automatisch an Geburtstage erinnern), kleine persönliche Infos, Querverbindungen und mögliche weitere Kontakte. Zudem empfiehlt es sich, deine Kontakte je nach deinen Zielen zu labeln. Also z.B. ein „A“ für die Personen, mit denen du auf jeden Fall zusammenarbeiten möchtest.

Ich benutze für diese Aufstellung meinen Google Account. Achte jedoch unbedingt darauf, dass du diese Liste als Privatperson führst (also nicht im Namen deines Unternehmens), sonst greift ganz schnell die DSGVO. Hier einmal ein beispielhafter Kontakt aus meiner Liste:

Google Contacts Netzwerken

Pflege dein Adressbuch genauso systematisch, wie du es angelegt hast. Füge nach Gesprächen mit den Personen Informationen hinzu und lies in Vorbereitung auf ein Treffen deine Notizen durch. Es kann eine unglaubliche Wirkung haben, wenn du Herrn Mustermann bei eurem nächsten Meeting darauf ansprichst, wie denn sein Segeltrip nach Mallorca gewesen sei. Vorsicht; nicht übertreiben, sonst wirkst du wie ein gruseliger Stalker („Herr Mustermann, wie geht es denn Ihrer Frau Erika? Schlägt die Fruchtbarkeitsbehandlung endlich an?“).

Tipp 5: Nutze jede Gelegenheit zum Networking

Jeden Tag kommen wir auf die eine oder andere Weise mit so vielen Menschen in Kontakt. Und jede dieser Begegnungen bietet die Möglichkeit, dein Netzwerk entweder zu vertiefen oder auszubauen.

  • Du musst irgendeine Kleinigkeit mit deiner Hausverwaltung klären? Rufe an, statt eine E-Mail zu schreiben und unterhalte dich ein wenig mit der Sachbearbeiterin am anderen Ende.
  • Auf der Arbeit hast du ein Projekt, das du mit jemandem aus einer anderen Abteilung realisieren musst. Gehe kurz vor der Mittagspause hin, stelle dich vor und frage, ob ihr nicht zusammen Essen gehen wollt. Mehr als nein sagen kann dein Gegenüber ja nicht.
  • Vernetze dich mit Leuten, die die gleichen Ziele haben wie du – zum Beispiel die finanzielle Freiheit. Beginne online, vereinbare aber dann unbedingt ein Treffen. Zum Beispiel bei einem Stammtisch.
  • Wo wir gerade von online sprechen; die geschäftlichen sozialen Netzwerke wie LinkedIn oder Xing solltest du natürlich nicht vernachlässigen. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, jede Woche einem neuen alten Kontakt zu schreiben, einfach, um eine kurze Konversation in Gang zu bringen.

Welche weiteren Networking-Tipps kennst oder nutzt du? Für wie wichtig hältst du dein Netzwerk in der Gestaltung deines Business oder deiner Karriere? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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